Jungbaumaktion in Weinstadt

Gemeinschaftsleistung zum Schutz der Natur und zur Pflege der Kulturlandschaft im Remstal

Am vergangenen Samstag wurden über 170 Bürgerinnen und Bürger von Weinstadt, gleichmäßig verteilt über den gesamten Zeitraum der Aktion, aktiv engagierte Zeugen einer beeindruckenden Gemeinschaftsleistung der Stadt, der Weinstädter Obst- und Gartenbauvereine und der Vereine und Gruppierungen, die sich in Weinstadt dem Schutz der Natur und der Pflege der heimischen Kulturlandschaft verschrieben haben. Wieder sind es mehr als 630 Jungbäume, die den für die Artenvielfalt wichtigen Lebensraum der Streuobstwiesen jung und fit halten. In einer „generalstabsmäßig“ organisierten Aktion fanden bei der Beutelsbacher Halle die Jungbäume von 16 Apfel-, Birnen-, Quitten- und Steinobstsorten, sowie nahezu 150 Wühlmauskörbe und über 200 Pfähle ihre Abnehmerinnen und Abnehmer.

Die Organisator/innen der Vereine und ihre Helfer/innen stellten sich dabei, wie schon in den vergangenen Jahren, in den Dienst des Ganzen: Neben 130 eingetragenen Mitgliedern konnten mehr als 40 Nichtmitglieder als Besteller(innen) in ihrem Bemühen um unseren Lebensraum fachlich beraten und unterstützt werden. Wer Rat suchte, fand ihn: „Was sind Leitäste? Wie hoch darf der hinaus? Wie bringe ich das in mein Fahrzeug?“ Ob Porsche, Mercedes oder Traktor, für jeden Transport wurde die praktische Lösung gefunden – und das in einem großen Konvoi, der den Anforderungen von „Corona“ voll genügen konnte. Unser Dank gilt der vorbildlichen Vorbereitung und Durchführung vor Ort, auch dem Bauhof der Stadt Weinstadt für seine zupackende Unterstützung. Besonders danken wir allen Beteiligten für die hohe Akzeptanz, Disziplin und Geduld, die ihnen unter konsequenter Beachtung der Corona-Regeln abgefordert wurde.

Auf diese Weise haben Mitbürger/innen und „Stücklesbesitzer/innen“, die nicht in Vereinen oder Organisationen gebunden sind, einen persönlichen Zugang zu den Fragen, die ihren Zugang zum Schutz unseres Lebensraums ganz praktisch betreffen, bekommen. Alle fachfremd Fragenden fanden praktische und fachkundige Hilfe an Ort und Stelle. Wo immer sie gefragt waren: Die orts- und fachkundigen Fachwarte waren mit ihrem „schwäbischem Charme“ zur Stelle. Das persönliche Gespräch zeigte sich immer wieder als Mittler zu einem gemeinsamen Verständnis von Ökonomie und Ökologie. 

Das ehrenamtliche Engagement, das mehr als dreißig Mitglieder der Obst- und Gartenbauvereine unter durch Corona erschwerten Bedingungen erbracht haben, zeigt erneut, dass bürgerschaftliche Aktivität, vereint mit kommunaler Kraft, ein tragender Faktor zum Erhalt unserer artenreichen Natur- und Kulturlandschaft ist.

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